Food Trucks: Vom rollenden Burger-Grill bis zur Maultaschen-Rikscha

24. 04. 2014 - Food Truck heißt der neueste Trend der Catering-Branche. Das ist Neudeutsch für Essen auf Rädern, hat aber mit Currywurst und Pommes nicht mehr viel zu tun. Ursprünglich stammt das Konzept aus den USA. Doch auch bei uns sind immer mehr Anbieter von den Vorteilen eines Food Trucks begeistert und bringen mit viel Kreativität ihre eigenen Ideen auf die Straße.

Zugegeben, so ganz neu ist diese Idee nicht. Schon seit Generationen verkauft der Imbisswagen an der Ecke halbe gebratene Hähnchen oder strömen Kinder zusammen, wenn der Eismann vorfährt. Die modernen Food Trucks haben mit den Angeboten von damals jedoch nicht mehr viel gemein. Das geht bei der Qualität des Essens los und reicht bis zur enormen Bandbreite an verschiedenen Speisen und Fahrzeugen. Statt Fastfood gibt es Bio-Produkte oder Spezialitäten aus Omas Kochbuch.

„SlowFastFood“ lautet das Zauberwort bei der Burrito Bande. Frisch gekochtes Essen aus den besten Zutaten, kombiniert mit den Vorteilen von mobilem Fastfood. Das Team bereitet alles selbst zu. Ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe, dafür mit viel Herzblut. Alleine das Rindfleisch köchelt 24 Stunden auf kleiner Flamme, bis es so zart ist, dass es auf der Zunge zergeht.

Der wohl größte Pluspunkt des Food Trucks ist seine Flexibilität. In der Mittagspause steht er vor einem Bürogebäude, am frühen Abend bietet er After-Work-Snacks in der Innenstadt an und nachts wartet er im Kneipenviertel auf das Partyvolk.


Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für den Food Truck


Auch für das Event-Catering ist ein Food Truck eine interessante Alternative. Wer seine Gäste auf einer Firmenveranstaltung, einem Geburtstag oder auf einer Hochzeiten mit einer außergewöhnlichen Idee überraschen will, mietet sich beispielsweise ein Coffee-Bike oder lässt die Burrito Bande aus Frankfurt mit ihrem schwarzen LKW vorfahren. 


Beispiel Burrito Bande: Seit Juni letzten Jahres macht die „Burrito Bande“ mit ihren Food Trucks das Rhein-Main-Gebiet unsicher. Wo sie wann zu finden sind, können hungrige Kunden auf der Internetseite des Unternehmens und auf Facebook & Co. erfahren. „Bandenüberfall“ nennen die „Bandidos“ ihre Zwischenstopps, die sie meist auf einem Firmengelände oder anderen Privatgrundstücken einlegen. Auf öffentlichen Plätzen bräuchten sie eine Erlaubnis der Stadt – und die ist nicht immer leicht zu kriegen. Nach zwei Stunden ist meist alles vorbei und die Bande zieht weiter.


„Außerdem sind Burger geil!“


The Big BalmyFood Truck Catering aus Hamburg setzt auf ein ähnliches Konzept. Im Vordergrund steht die Qualität. Nur gibt es bei den Hanseaten statt Burritos frisch gegrillte Burger. Das Fleisch stammt von Bio-Freilandrindern, das Brot backt ein Bäcker aus der Region jeden Tag frisch, und die Soße ist eine raffinierte Eigenkreation. Warum die Entscheidung im Januar 2013 ausgerechnet auf Burger fiel? „Burger kann man nach dem Baukastenprinzip zusammensetzen“, sagt Nikolaj de Lousanoff, einer der beiden Gründer. „So können wir garantieren, dass die Qualität jedes Mal gleich ist. Außerdem sind Burger geil.“


Der Kreativität sind beim Food Truck-Konzept jedenfalls keine Grenzen gesetzt, wie auch die Stuttgarter Food Truck Caterer unter Beweis stellen: Da gibt es zum Beispiel „Poffers“, die auf Festen und Märkten niederländische Hefeteiglinge in den verschiedensten Varianten verkauft, oder die „Maultaschen-Rikscha“, die die traditionellen schwäbischen Teigtaschen mit einem Dreirad unters Volk bringt. Die Coffee-Bikes, die schon seit geraumer Zeit durch die Republik fahren, zählen da beinahe schon zu den Klassikern unter den Food Trucks. Die Geschmacksrevolution ist in vollem Gange und man darf gespannt sein, welche Blüten sie noch treibt.


Vom LKW über die Ape bis hin zur Rikscha ist alles möglich


Alleine die Auswahl der Fahrzeuge, die für einen Food Truck in Frage kommen, ist riesig. Auf welches Gefährt die Entscheidung fällt, ist in erster Linie vom geplanten Angebot abhängig. Der Klassiker sind umgebaute LKWs und Anhänger. Sie sind relativ geräumig, dafür kostet die Anschaffung inklusive Umbau schnell an die 100.000 Euro. Schließlich muss der LKW nicht nur entsprechend der gastronomischen Anforderungen umgebaut und mit den nötigen Küchengeräten ausgestattet werden, er sollte außerdem über eine autonome Wasser- und Stromversorgung verfügen.


Ein echter Hingucker sind auch ein alter VW-Bus oder eine echte italienische Ape. Das VW-Kultmobil ist nicht nur auffällig, sondern vermittelt auch einen gewissen Lifestyle. Und der „Coolness-Faktor“ ist ein entscheidender Aspekt beim Food Truck-Konzept. Die winzigen motorisierten Ape-Dreiräder hingegen sind als fahrender Burger-Grill vielleicht zu klein, als Coffee-Bike haben sie jedoch ganz sicher die optimale Größe. Außerdem finden sie auch auf den überfülltesten Volksfesten, samstagsmittags in der Fußgängerzone oder als Kaffee Catering in so ziemlich jeder Eventlocation noch ein Plätzchen, wo sie ihre Kaffeespezialitäten anbieten können. 

Der Food Truck-Markt wächst rasant


Der Erfolg gibt den Unternehmen Recht. Die Nachfrage ist enorm. Und sie wächst rasant. „The Big Balmy“ stockt seinen Fuhrpark derzeit von einem auf drei Food Trucks auf. Im Sommer wollen die Hamburger ihre Burger erstmals außerhalb der Stadtgrenzen bei Großveranstaltungen auf Sylt und St. Peter-Ording verkaufen. Die Burrito Bande hingegen hat drei Trucks im Einsatz und bietet darüber hinaus seit einem Vierteljahr Catering für Firmen- und Privatveranstaltungen an. Ab Juli weitet die Burrito Bande ihr Geschäft auf Köln aus.







CG Newsletter abonnieren