Wenn es etwas mehr sein darf als "einfach nur Wein"

19. 10. 2015 - Je nach Vorlieben des Gastgebers, kann die im Gegensatz zur Menüfolge vermeintlich leichtere Aufgabe der Getränkekarte, schnell zu einer echten Herausforderung werden.



Sollte Bier nicht gerade das Motto Ihrer Veranstaltung sein, dürfen Sie die Wahl des richtigen Gerstensaftes getrost Ihrem Caterer oder der Vorauswahl Ihres Veranstaltungsortes überlassen. Ganz anders gestaltet sich da die Weinkarte, die insbesondere Liebhaber des dionyischen Traubensaftes gern vor die Qual der Wahl stellt. Wenn man sich etwas eingehender mit der Traube beschäftigt, eröffnen sich hier geschmackliche Welten. Bei großen Events, an denen viele Geschmäcker aufeinander treffen, möchte man all seinen Gästen gerecht werden. Geübte Gaumen, sporadische Weintrinker und das Budget müssen gleichermaßen berücksichtigt werden.

Die Qual der Wahl kann auch zur großen Freude werden

In erster Linie ist das Menü für das grobe Thema Ihrer Weinkarte ausschlaggebend. Nicht selten geben auch die Veranstalter, Winzer oder Weinhändler, mit denen Sie zusammenarbeiten, eine gewisse Auswahl vor. 

Drei bis fünf Weine, jeweils komplementierende Rot- und Weißweine sowie einen Roséwein, empfiehlt Nanna Eißler vom Weingut Steinbachhof. 

Guido Keller, der in seinem Stuttgarter „Wein-Musketier“ Weinhandel und kulturelle Veranstaltungen vereint, freut sich auch über Neulinge, die seinen Rat suchen. Eine geteilte Leidenschaft für Wein ist dabei natürlich hilfreich, wobei sich der Kenner durchaus auch zutraut, noch unerfahrene Kunden auf den Geschmack zu bringen. Für Events empfiehlt er grundsätzlich auf zwei Weine zu setzen: einen, der eine breite Masse anspricht, einen „einfach verständlichen“, ohne direkte Highlights, sowie ein Ass im Ärmel, mit dem man auch Kenner und Genießer erfreuen kann. Wichtig ist in jedem Fall die Qualität. Nur guter, qualitativ hochwertiger Wein kann, in Verbindung mit einem ebenso hochwertigen Menü, für ein unvergessliches kulinarisches Erlebnis sorgen, das auch nachhaltig in Erinnerung bleibt. 

Damit es aber in guter Erinnerung bleibt, sollte, so Nanna Eißler, ein Wein mit moderatem Alkoholgehalt ausgewählt werden. Bei guten Events sitzt man gerne länger beisammen, vergisst die Zeit und die Menge, der bereits geleerten Gläser. Ein leichterer Wein steigt nicht so schnell zu Kopf, was für einen langen, schönen Abend und einen ebenso angenehmen Morgen spricht. Wer das High-End Erlebnis in Gesellschaft mit Weinzähnen sucht, muss von dieser Regel allerdings abweichen. 

Der Künstler unter den Getränken


Der große Trumpf des Weines ist es, dass er, im Gegensatz zu Cocktails und Longdrinks, keinen Künstler hinter der Bar benötigt, sondern die Mischpalette selber mitbringt. Wein ist vielseitig, abwechslungsreich, er kann schwer und leicht sein, würzig und lieblich, Geschmäcker hervorheben und unterstützen oder allein für sich stehen. Als erfahrene Veranstalterin und Winzerin setzt Nanna Eißler vom Weingut Steinbachhof generell auf Regionalität und den sagenumwobenen „Alleskönner“. Ein einfacher Wein, der weder zu viel Säure noch zu viel Süße hat, kann ein gutes Essen optimal begleiten, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Wer ein Begleiter für eine süsse Nachspeise oder einen wertigen Rohmilchkäse sucht, sollte immer an eine Restsüsse Auslese denken. Zu bevorzugen sind hier Riesling Auslesen, die mit ihrem Süsse-Säure-Spiel zu überzeugen wissen und im Kontrast zu den Speisen stehen. Bei nur jeweils einem Rot- und einem Weißwein läuft auch der Getränkeservice deutlich reibungsloser, da nachgeschenkt werden kann, ohne dass die Weinkellner erst herausfinden müssen, welchen Wein der Gast präferiert. Ganz anders sieht es aus, wenn der Wein eine eher prominente Rolle bei einem Event spielen soll. Bei einer Weinverkostung und einer entsprechend größeren Auswahl bildet der Wein einen eigenen Programmpunkt. 

Ein nicht ganz geheimer Geheimtipp der Winzerin ist das Angebot eines Tisch- und eines Thekenweins. Während am Tisch, im Laufe des Menüs jeweils nur ein oder maximal jeweils zwei Weiß- und Rotweine ausgeschenkt werden, steht den Gästen nach dem Essen eine größere Auswahl an Weinen an der Theke zur Verfügung. Auf diese Weise kann auch ein teurer Tropfen die Wertschätzung erhalten, die ihm, so Guido Keller, gebührt.

Das Multitalent entsprechend in Szene setzen

Guido Kellers Ziel ist es, seine Freude am Rebensaft mit seinen Kunden zu teilen. Ein guter Wein kann mehr sein, als nur ein Begleitgetränk zum Essen. Er sieht in der richtigen Weinauswahl durchaus eine Möglichkeit, Leute über den Wein für sich und seine Leidenschaft zu gewinnen. 

Nanna Eißler empfiehlt, um dem Wein einen besonderen Stellenwert einzuräumen, die Winzer oder Weinhändler um ein kurzes Statement zu Ihren Weinen zu bitten. Tischkarten mit kurzen Charakterisierungen der angebotenen Weine, wecken Interesse, schaffen eine Aufmerksamkeit für das kostbare Nass, vermitteln Wertigkeit, eine Bewusstheit in der Auswahl und Expertise. 

Ob der Wein bei Ihrem Event als Begleitgetränk gedacht ist, oder ihm eine etwas größere Rolle zugemessen wird- in einem sind sich unsere Experten einig: Setzen Sie unbedingt auf Qualität!


Hier geht es zum Eintrag vom Wein-Musketier Stuttgart und Weingut Steinbachhof.






Weingut Steinbachhof

Weingut Steinbachhof

Weingut Steinbachhof

Wein-Musketier Guido Keller


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