„You eat what you are“ - Ernährungsumstellung und ein ganz neues Körpergefühl

01. 11. 2017 - Marie Mävers ist Leistungssportlerin und seit 2011 Teil der deutschen A Hockey-Nationalmannschaft. Ich durfte Marie im Rahmen der Kulturhunger Messe Hamburg kennen lernen, auf der sie einen Vortrag zum Thema „Leistungssteigerung im Spitzensport durch Ernährungsumstellung“ gehalten hat und war direkt von ihr und ihrer Persönlichkeit begeistert. Umso mehr freut es mich, dass sie ihre Erfahrungen bei uns im Catering Guide teilt.

Wie wahrscheinlich ein Großteil der Bevölkerung habe ich immer geglaubt, mich relativ gesund zu ernähren –  habe mich aber gleichzeitig nie wirklich mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Dann kam das Jahr 2012. Meine erste Teilnahme an den Olympischen Spielen. So beeindruckend viele Erlebnisse hier waren, am prägendsten war wohl der 7. Platz. Wir hätten viel mehr erreichen können. Angetrieben durch diese Niederlage, wollte ich der Sache auf den Grund gehen. Also habe ich mich intensiv mit mir, meinen Fähigkeiten und meinem Körper auseinandergesetzt und bin dabei über das Thema Ernährung gestolpert – Wieso hatte ich an dieser Schraube bisher nicht gedreht obwohl mein Körper doch mein Kapital, die Basis für meinen Erfolg ist? 

Nach dem Austausch mit Ernährungsberatern und anderen Sportlern, habe ich langsam meine Ernährung umgestellt. Ich bezeichne es gerne als persönliches Ernährungsrad, das durch langjährige Erfahrungen und Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper einen immer stärkeren Kreis bildet. 

Ich bin überzeugt von dem Motto: „You eat what you are“. Schon nach wenigen Wochen hat sich bei mir ein ganz neues Körpergefühl entwickelt. Ich brauche viel weniger Schlaf, meine Regenerationsfähigkeit hat sich enorm verbessert und meine häufigen Magen-Darm Beschwerden sind quasi verschwunden. Mein Immunsystem ist so stark wie nie und so war ich seit meiner Ernährungsumstellung vor vier Jahren nur einmal richtig krank. Neben den spürbaren Erfolgen für meinen Körper, gab es 2016 auch einen Erfolg zum Anfassen – der Gewinn der Bronze Medaille bei den Olympischen Spielen in Rio. 

"Das, was ich in tagtäglicher Disziplin tue, macht mich zu einem Leistungssportler – zu einem Olympia-Teilnehmer"

Maries Alltag startet um 07.15 Uhr mit dem erbarmungslosen Klingeln des Weckers. Dann beginnt für die junge Athletin der tägliche Spagat zwischen Uni und Leistungssport. Mit einem Kaffee und einem „marymedeli Breakfast Cookie“ auf die Hand, geht es erstmal in die Alsterdorfer Sporthalle, wo die erste Einheit des Tages mit Kraft- oder Sprinttraining ansteht. Um 09.30 Uhr ist sie schon fast wieder auf dem Weg zur Uni. Das Frühstück (meistens ein am Abend vorher zubereitetes Müsli) isst sie im Auto. Ein verspätetes Mittagessen gibt es dann um 15.30 Uhr, das muss für den Rest des Tages vorhalten. Die zweite Hockey-Trainingseinheit inkl. Athletikeinheit steht um 18.00 Uhr an. Um 22.00 Uhr ist Marie dann endlich wieder zu Hause, macht sich noch ein schnelles Abendessen bevor es möglichst schnell ins Bett geht, denn der Wecker klingelt am nächsten Morgen wieder um 7:15 Uhr…

So verliefen ihre Tage vor den Olympischen Spielen in Rio, und zwar jeder einzelne Tag. Hinzu kamen noch Bundesligaspiele am Wochenende plus rund 100 Lehrgangstage mit der Nationalmannschaft. „Ich will mich nicht beschweren, denn das, was ich in tagtäglicher Disziplin für meine Fitness und technische Hockey-Finesse tue, macht mich zu einem Leistungssportler – zu einem Olympia-Teilnehmer“, sagt Marie. Doch der ambitionierten Sportlerin ist auch bewußt, dass sie diesen Alltag nur mit der richtigen Ernährung meistern kann.  Ihr Körper ist ihre Basis und der Motor für den gesamten Erfolg – Deshalb hat sie über Jahre im Leistungssport mit Ernährungsberatern und anderen Sportlern aus aller Welt an der perfekten Ernährung gearbeitet. „Ich orientiere mich sehr an der veganen Ernährung und habe sehr viel von dieser Art und Einstellung der Ernährung gelernt. In erster Linie wie gut es meinem Körper tut, dass ich viel mehr Gemüse und Obst esse. Außerdem musste ich mich viel mehr mit den Inhaltsstoffen der Lebensmittel auseinander setzen. Wie nehme ich ohne tierische Produkte genug Proteine, Magnesium und vor allem Eisen zu mir? Nahezu alles lässt sich durch natürliche Lebensmittel kompensieren. Ich esse nun seit über einem Jahr kein Fleisch mehr und habe ein viel höheren Eisenwert als vorher. Und so haben ich in meinem Sport vor allem anhand meiner Regenerationsfähigkeit feststellen können wie gut mir eine pflanzliche Ernährung tut. Vor allem im Ausdauer-Bereich - meiner Schwachstelle konnte ich plötzlich viel effektiver trainieren. Zusätzlich war ich beeindruckt wie viel weniger Schlaf ich trotz des vielen Trainings brauche. Früher brauchte ich mindestens 9 Stunden Schlaf um Trainingseinheiten und Unialltag zu kompensieren. Heute reichen mir locker 7 Stunden. Ich passe meine Ernährungen den Bedürfnissen meines Körpers immer weiter an. Nach der komplett veganen Testphase, kam für mich wieder Fisch und Ei dazu. Natürlich bio und regional. Auf meinem Food Blog www.marymedeli.com teile ich diese Erfahrungen und Rezepte mit allen, die sich dafür interessieren.“

Dabei wird deutlich, dass „essen“ für Marie nichts mit Ruhe und einer Pause im anstrengenden Alltag zu tun hat. „Wie mein Tagesablauf vermuten lässt, nehme ich mein Essen häufig unterwegs zu mir. Das erfordert ein bisschen Planung, da muss man sich auch mal abends noch schnell 5 Minuten Zeit nehmen, um ein Bircher Müsli für den nächsten Morgen anzurühren oder am „freien“ Sonntag ein paar gesunde Snacks, wie meine Breakfast Cookies, für die Woche backen.“ Steht eine Reise an, werden das dann gerne auch mal drei bis vier Bleche. „Wer sich gesund ernähren möchte und gleichzeitig viel unterwegs ist, muss etwas vorausschauender planen. In meinem Koffer nimmt mein Essen nicht selten die Hälfte des Platzes ein“, sagt Marie schmunzelnd. 

Trotz des hohen Aufwands, den das täglich frische Zubereiten ihrer Mahlzeiten bedeutet, würde sie es nicht mehr anders machen. „Auch ihr werdet die Umstellung und die neue Energie spüren und die Ernährung wird Teil eurer Lebenseinstellung. Egal ob Sport, Studium oder Arbeit, der stressige Alltag sollte euch nicht davon abhalten, euch so zu ernähren wie ihr und euer Körper es braucht.“ 

Und mit ihrer persönlichen Ernährungsumstellung war Marie dann auch für die olympischen Spiele in Rio gut vorbereitet. 

Sudden Death: Wer vergibt ist raus

Rio 2016 - Halbfinale der Olympischen Spiele. Eine Stunde haben wir bereits in der Mittagshitze Rios bei knapp 35 Grad gespielt, das Spiel gegen die Holländerinnen ist abgepfiffen, aber noch nicht entschieden. 1:1 steht es, und das bedeutet: Penalty-Schießen. Angreifer laufen mit dem Ball auf den herausstürmenden Torwart zu und haben acht Sekunden, den Ball im Tor unterzubringen. Jedes Team hat fünf Versuche, wer häufiger trifft, kommt ins Finale. 
Alle sind groggy. Nur das Adrenalin hält uns auf den Beinen. Als der Trainer fragt, wer sich das Penalty-Schießen zutraut, hebe ich wie in Trance meine Hand. Ich stehe kurz darauf mit ausgetrocknetem Mund an der Viertellinie, 22 Meter vom Tor entfernt. Ein Pfiff. Ich bin wohl losgelaufen, das beweisen die Videobilder, aber daran erinnere ich mich nicht mehr. Doch das riesige Gefühl der Erleichterung, als der Ball über die Torlinie kullert, werde ich mein Leben lang nicht vergessen. 
Nach zehn Schützen steht es wieder unentschieden. Sudden Death: Wer vergibt ist raus.  Ich muss noch mal an die Viertellinie, und diesmal vergebe ich. Das Spiel ist vorbei. Und wir sind raus.

Das hört sich für euch vielleicht furchtbar an, aber von diesen Adrenalin-Kicks lebt ein Leistungssportler. Der Glücksrausch nach einem Sieg und die Frustration nach einer bitteren Niederlage liegen dabei oft sehr eng beieinander. Es geht darum, Niederlagen und andere Rückschläge wegzustecken: Zwei Tage nach der Niederlage gegen Holland, die keine von uns je vergessen wird, gewinnen wir Bronze, 2:1 gegen Neuseeland.

Einblicke in ihre Erfahrungen, ihren Alltag und Rezepte für eine gesunde Ernährung, perfekt für unterwegs, teilt Marie in ihrem Food blog www.marymedeli.com 

Marie hofft mit ihrem Blog auch andere Menschen inspirieren zu können, sich intensiver mit dem eigenen Körper auseinander zu setzten.







Karin Wolffrom, Inhaberin von Catering Guides, trifft die sympatische Hockey-Nationalspielerin Marie Mävers

Marie Mävers beim Spiel

Unter www.marymedeli.com teilt Marie Mävers ihre Erfahrungen die sie mit gesunder Ernährung gemacht hat

Rezepte für eine gesunde Ernährung von Marie Mävers

Rezepte für eine gesunde Ernährung von Marie Mävers

Marie Mävers bei den Olympischen Spielen in Rio 2016


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